Pinterest richtig starten

Ich erinnere mich noch genau an den Moment, in dem ich Pinterest zum ersten Mal wirklich verstanden habe.

Ich hatte gerade wieder einen Kurs gekauft, diesmal keinen über Instagram, sondern über Pinterest. Und bereits im ersten Modul fiel dieser eine Satz: Pinterest ist keine Social-Media-Plattform. Pinterest ist eine Suchmaschine. Ich habe diesen Satz dreimal gelesen. Und dann hat´s bei mir wirklich Klick gemacht.

Auf Instagram hast du 24 Stunden, bevor dein Content in der Versenkung verschwindet. Auf Pinterest lebt ein guter Pin Monate. Manchmal Jahre. Ich habe heute noch Pins laufen, die ich vor zwei Jahren erstellt habe und die mir regelmäßig Besucher auf meinen Blog bringen. Ohne dass ich irgendetwas daran geändert habe. Pinterest funktioniert anders als die ganzen Socialmedia Kanäle und den Vorteil kannst du für dich nutzen.

619 Millionen Menschen weltweit nutzen Pinterest monatlich, davon knapp 20 Millionen allein in Deutschland. Und während die meisten von ihnen durch Rezepte und Einrichtungsideen browsen, suchen viele ganz konkret nach Lösungen, Tools, Empfehlungen, Anleitungen. Genau diese Menschen können auf deinen Blog, dein Produkt, dein Angebot stossen. Gerade jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um anzufangen. Pinterest belohnt derzeit aktiv europäische Accounts und baut sein europäisches Publikum gezielt aus. Wer jetzt startet, hat einen echten Vorteil.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du von Grund auf startest: Account einrichten, Profil aufbauen, Pinnwände anlegen, erste Pins erstellen und das alles so, dass es auch dann noch läuft, wenn du mal keine Zeit hast. Schritt für Schritt, ohne dass du jeden Tag online sein musst.

Pinterest richtig starten

Ready? Dann legen wir los. Hier sind die acht Schritte, mit denen du dein Pinterest-Profil aufbaust, und zwar so, dass es von Anfang an die richtigen Menschen anzieht.

1. Business-Account anlegen

Ein Business-Account ist die Grundvoraussetzung, um Pinterest für dein Business zu nutzen. Ohne ihn fehlen dir alle Funktionen, die im Verlauf wichtig sind: Pinterest Analytics, der Business Hub und die Möglichkeit, deine Website zu verknüpfen und zu verifizieren.

Du gehst auf pinterest.com, wählst „Unternehmenskonto erstellen“ und füllst die Basics aus. Die Einrichtung ist kostenlos und dauert nur wenige Minuten.

Falls du bereits ein privates Konto hast, kannst du es in den Einstellungen direkt umwandeln. Ich würde dir aber empfehlen, ein neues Konto zu eröffnen, wenn dein altes eher privat genutzt wurde, also voller Rezepte und Urlaubsbilder, die nichts mit deiner Nische zu tun haben. Ein frischer Start gibt deinem Algorithmus eine klarere Richtung.

2. vervollständige dein Profil

Viele richten ihr Profil ein wie einen Instagram-Bio: kreativ, persönlich und schöne Formulierungen. Auf Pinterest ist das nicht ganz die beste Strategie Pinterest liest dein Profil aus, um zu entscheiden, bei welchen Suchanfragen deine Inhalte erscheinen. Dein Profilname, deine Bio und deine Website-URL müssen klar und spezifisch formuliert sein. Sie sind dein erstes SEO-Element.

Was rein muss:

  • Profilname mit Keyword: Dein Name plus ein Begriff, der deine Nische beschreibt. „Marion | Gesunde Ernährung & schnelle Rezepte“ ist besser als nur „Marion“, weil Pinterest diesen Namen indexiert.
  • Bio mit Mehrwert: 500 Zeichen, in denen du klar sagst, wem du hilfst und wobei. „Ich zeige Familien, wie gesunde Ernährung im Alltag funktioniert, schnell, günstig und ohne Stress.“ Das ist besser als jeder clevere Satz, weil Pinterest genau diese Wörter zieht.
  • Website-URL eingetragen: Direkt im Profil hinterlegen. Ohne diese Verknüpfung kannst du später keine klickbaren Pins erstellen.
  • Profilbild: Ein Foto von dir oder dein Logo. Auf Pinterest spielt das eine kleinere Rolle als auf Instagram, aber ein leeres Profilbild wirkt unprofessionell.
  • Impressum hinterlegen: Für Geschäftskonten in Deutschland ist ein Impressum rechtlich vorgeschrieben. Du kannst es im Profil unter „Website“ als Link einfügen oder die Impressumspflicht über die Datenschutzeinstellungen erfüllen.

3. Website verifizieren

Wenn du deine Website bei Pinterest verifizierst, bekommt dein Profil ein kleines Häkchen innerhalb deiner Profileinstellungen und Pinterest stuft deine Pins als vertrauenswürdiger ein. Das schaltet außerdem vollständige deine Analytics frei, die du später für deine Analyse deiner Pins benötigst.

Die einfachste Methode für WordPress-Nutzerinnen geht über ein SEO-Plugin wie Yoast SEO oder RankMath. Du holst dir in deinem Pinterest Business-Account unter „Einstellungen“ einen HTML-Verifizierungscode, trägst ihn im Plugin unter den Social-Media-Einstellungen ein und bestätigst das anschließend in Pinterest. Das ist kein technischer Kraftakt, auch wenn es beim ersten Mal etwas suchend wirkt.

Wer kein WordPress nutzt, kann die Verifizierung alternativ über einen HTML-Tag direkt im Header der Website vornehmen.

4. Keywords recherchieren

Keywords sind das Herzstück deiner gesamten Pinterest-Strategie. Sie entscheiden darüber, ob deine Pins gefunden werden oder nicht. Wer diesen Schritt überspringt, pinnt ins Leere, egal wie schön die Grafiken sind.

Pinterest ist eine Suchmaschine. Wenn jemand nach „gesunde Rezepte unter 20 Minuten“ sucht und dein Pin genau diese Keywords enthält, wird er angezeigt. Wenn nicht, bleibt er unsichtbar.

Wie du Keywords findest:

  • Pinterest-Suche: Tippe ein Wort aus deiner Nische in die Suchleiste. Die Autosuggest-Vorschläge, die sofort erscheinen, sind echte Suchanfragen echter Menschen. Schreib sie auf.
  • Keyword-Kacheln: Wenn du einen Begriff eingibst, erscheinen unter der Suchleiste bunte Kacheln mit verwandten Begriffen. Klicke sie durch und notiere alles, was relevant klingt.
  • ABC-Methode: Gib dein Haupt-Keyword ein und hänge nacheinander alle Buchstaben des Alphabets dahinter. „Gesunde Ernährung a“, „Gesunde Ernährung b“ usw. So findest du Kombinationen, auf die du allein nie gekommen wärst.
  • Top-Pins analysieren: Schau dir an, welche Pins bei deinen Keywords ganz oben erscheinen. Welche Wörter verwenden sie im Titel, in der Beschreibung, auf der Grafik? Das sind deine Benchmarks.

Wo du Keywords einbaust:

  • Profilname und Bio
  • Pinnwand-Namen und Pinnwand-Beschreibungen
  • Pin-Titel
  • Pin-Beschreibungen
  • Alt-Texte deiner Blog-Bilder

Je konsistenter du deine Keywords an diesen Stellen verteilst, desto klarer versteht Pinterest, worum es auf deinem Account geht, und desto gezielter spielt er deine Inhalte aus.

💡 Pro-Tipp:
Leg dir eine einfache Tabelle in Excel oder Google Tabellen an. Eine Spalte für das Hauptthema, eine für die dazugehörigen Keywords, eine für Varianten und Kombinationen. So behältst du den Überblick und greifst beim Erstellen jedes Pins sofort auf deine Keyword-Liste zurück, statt jedes Mal neu zu suchen.

5. Pinnwände anlegen

Pinnwände sind die Ordner deines Profils. Pinterest liest sie genauso aus wie dein Profil selbst. Boards mit klaren Keyword-Namen und gut geschriebenen Beschreibungen helfen dem Algorithmus, deine Inhalte den richtigen Menschen zu zeigen. Starte mit 5 bis 10 Boards, jedes für ein Unterthema deiner Nische. Wenn du über gesunde Ernährung schreibst, könnten deine Boards heißen: Gesunde Rezepte für Familien, Schnelle Mahlzeiten unter 30 Minuten, Zuckerfreie Snacks für Kinder, Meal Prep Ideen, Vegane Ernährung Anfänger.

Worauf du bei jedem Board achten solltest:

  • Name mit Keyword: Lieber „Gesunde Snacks für Kinder“ als „Meine Lieblingsrezepte“.
  • Beschreibung mit Keywords: Bis zu 500 Zeichen, in ganzen Sätzen, mit 2 bis 3 relevanten Keywords natürlich eingebaut.

Wenn du am Anfang noch wenig eigene Inhalte hast, füll deine Boards ruhig auch mit Pins von anderen Creatoren. Das signalisiert Pinterest, womit sich dein Account beschäftigt, und beschleunigt die Einordnung.

6. Erste Pins gestalten

Hier denken viele, sie brauchen Design-Kenntnisse oder teure Tools. Canva hat hunderte kostenloser Pinterest-Vorlagen, und mit der richtigen Vorlage sind die ersten Pins in unter einer Stunde fertig.

Was einen guten Pin ausmacht:

  • Hochformat, Verhältnis 2:3, 1000 x 1500 Pixel. Pinterest bevorzugt dieses Format klar gegenüber quadratischen oder querformatigen Grafiken.
  • Starker Titel auf der Grafik. Kurz, konkret und auf dem Smartphone-Display sofort lesbar. „5 Snacks, die Kinder wirklich essen“ ist besser als „Gesunde Ideen für zwischendurch“.
  • Klares Design ohne Überladung. Helle Farben, guter Kontrast, eine Schrift die trägt. Weniger ist mehr.
  • Pin-Titel und Beschreibung mit Keywords. Bis 500 Zeichen für die Beschreibung, in der du erklärst, was die Person auf der verlinkten Seite erwartet. Pinterest liest beides aus.
  • Link zu deinem Blog oder Produkt. Pins ohne Link bringen dir keinen Traffic.

Erstelle für jeden Blogartikel am Anfang 2 bis 3 Pins in verschiedenen Designs. So siehst du später, welches Format besser ankommt, ohne alles auf eine Karte zu setzen.

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7. Mit System pinnen, statt täglich improvisieren

Pinterest belohnt Kontinuität. Tägliches Pinnen gibt dem Algorithmus das Signal, dass dein Account aktiv und relevant ist und beschleunigt das Wachstum spürbar. Wer unregelmäßig pinnt oder wochenlang pausiert, verliert die Dynamik, die er sich aufgebaut hat. Ich selbst habe mit 2 Pins am Tag angefangen und mich dann gesteigert.

Das bedeutet aber nicht, dass du jeden Abend vor dem Rechner sitzen musst. Mein Workflow sieht so aus: Einmal im Monat setze ich mich einen ganzen Tag hin, erstelle alle Pins für meine bestehenden Blogartikel und plane sie mit Tailwind ein. Auf einen Schlag plane ich damit fast sechs Monate im Voraus. Danach läuft der Account von alleine.

Tailwind ist ein Planungs-Tool speziell für Pinterest, mit dem du Pins weit im Voraus terminieren kannst. Es optimiert automatisch die besten Sendezeiten für deinen Account und gibt dir eine Übersicht über alle geplanten Pins. Wenn du ernsthaft mit Pinterest arbeiten willst, ist Tailwind das Tool, das dir am meisten Zeit spart.

Für den absoluten Anfang reicht auch das kostenlose Pinterest-eigene Planungstool, mit dem du Pins bis zu 4 Wochen im Voraus einplanen kannst. Wechsle dann zu Tailwind, sobald du regelmäßig größere Mengen an Pins planst oder du mehrere Accounts bespielen möchtest.

8. Tipps für mehr Reichweite

Mit dem Fundament aus den ersten sieben Schritten wirst du organisch wachsen. Diese zusätzlichen Maßnahmen beschleunigen dieses Wachstum.

  • Rich Pins aktivieren. Rich Pins zeigen automatisch Meta-Titel und Meta-Beschreibung deines Blogartikels direkt unter dem Pin an. Das macht ihn informativer und erhöht die Klickrate. Die Aktivierung läuft über dein SEO-Plugin, sobald deine Website verifiziert ist.
  • Gruppenboards beitreten. Gruppenboards haben oft tausende Follower. Wenn du dort pinnst, sehen deine Inhalte deutlich mehr Menschen als nur deine eigenen Follower. Such in deiner Nische nach aktiven Gruppenboards und frage die Inhaberinnen nach einer Einladung.
  • Saisonale Inhalte frühzeitig erstellen. Pinterest-Nutzerinnen suchen saisonal, und sie suchen früh. Weihnachtsrezepte werden schon im Oktober gesucht, Sommerrezepte im April. Wer rechtzeitig relevante Pins hat, kassiert den Traffic.
  • Pinterest auf deinem Blog sichtbar machen. Füge einen Pinterest-Follow-Button in deine Website ein und verlinke deinen Account im Newsletter. Je mehr Impulse deine Pins in der Anfangszeit bekommen, desto schneller lernt Pinterest, wem er sie zeigen soll.
  • Analytics regelmäßig lesen. Pinterest Analytics zeigt dir, welche Pins Klicks bringen und welche nicht. Erstelle von deinen Top-Pins Varianten, teste verschiedene Titel und lerne aus dem, was bereits funktioniert. Die erste Analyse deiner Pins kannst du so nach 3 bis 6 Monaten machen. Bis dahin hat Pinterest genug Daten aus deinen Pins gesammelt.

Dranbleiben lohnt sich

Pinterest ist kein Kanal, der in der ersten Woche explodiert. Die Plattform braucht Zeit, um zu verstehen, worum es auf deinem Account geht.

Ich war selbst an dem Punkt, an dem ich dachte, dass es bei mir nicht funktioniert. Und dann, nach Wochen des Weitergehens, haben die Pins angefangen zu laufen. Und die ersten Einnahmen landeten auf meinem Konto.

Pinterest belohnt Ausdauer und Strategie. Wer jetzt anfängt und dranbleibt, baut sich etwas auf, das langfristig für sich selbst arbeitet.

Starte heute mit deinem ersten Pin, und ich bin gespannt, wo du in einem Jahr stehst.

Bereit für deinen Pinterest Start?

Du siehst, was mit Pinterest möglich ist: Sichtbarkeit für dein Business, ohne Instagram-Gehopse und ohne noch ein Technik-Diplom zu machen. Wenn du jetzt sagst „Ich will das, aber wo fange ich an?“, dann habe ich genau das Richtige für dich.

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